Geschichte

Vor 100 Jahren legte Franz Wessenthaler mit der Gründung einer Zementwaren-Erzeugung den Grundstein für die Wessenthaler-Firmengruppe, die heute mit rund 80 Mitarbeitern einen Umsatz von 40 Millionen Euro erwirtschaftet.

In Puchheim Nr. 51 im oberösterreichischen Attnang gründete der gebürtige Vöcklamarkter Franz Wessenthaler im Jahr 1909 einen Betrieb zur Erzeugung von Zementwaren. Es war die Zeit, in der Beton als moderner Baustoff stark an Bedeutung gewann. Damals wurden in dem kleinen Unternehmen täglich etwa 20 Stück Betonrohre und Betondachziegel hergestellt – in Handarbeit. Gleichzeitig baute Franz Wessenthaler einen Handel mit Betonwaren und Baustoffen auf: In einem Inserat aus dem Jahr 1910 bewarb er sein Lager für Pflastersteine, Kaminaufsätze, Kanalrohre, Fensterstöcke, Brunnengrander oder Dachziegel.

Franz Wessenthaler legte damit den Grundstein für das Familienunternehmen, das sich traditionell auf die Erzeugung von Betonwaren und den Handel mit Baustoffen stützt.

Aufbau in schwierigen Zeiten

Die ersten Jahrzehnte des kleinen Betriebes waren durch Umbrüche gekennzeichnet. Kurz nach der Gründung folgte die entbehrungsreiche Zeit des Ersten Weltkriegs und der Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie, die Wirtschaftskrise der Zwischenkriegszeit und der Zweite Weltkrieg. Franz Wessenthaler konnte sich trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen in einem lokalen Umfeld als verlässlicher Lieferant von Betonwaren und Baustoffen etablieren.

Guter Markt für Baustoffe

Auf diesem soliden Fundament konnte Kommerzialrat Johann Wessenthaler aufbauen, als er nach dem Tod seines Vaters 1946 die Firmenleitung übernahm. Die Nachkriegszeit war wirtschaftlich schwierig, doch von großer Hoffnung auf eine bessere Zukunft getragen. Gerade in Attnang-Puchheim hatten die Bomben viele Schäden hinterlassen, daher waren Ziegel, Betonrohre und Baustoffe gefragte Güter.

Langjährige Kundenbeziehungen

Das Familienunternehmen nützte die Chance:
Am Standort in Puchheim wurden Ziegel und Rohre hergestellt. Das Betonwerk oblag Ludwig Wessenthaler, dem Halbbruder von Kommerzialrat Johann Wessenthaler. Ludwigs Ehefrau Maria arbeitete ebenfalls im Betrieb mit. Neben der Eigenproduktion gewann unter ihm der Großhandel mit qualitativ hochwertigen Baustoffen immer mehr an Bedeutung.

Die Beziehungen, die der Unternehmer in dieser Aufbauzeit zu Kunden und Lieferanten knüpfte, bestehen zum großen Teil noch heute. Höchste Qualität und bestes Service waren von Anfang an das Erfolgsrezept des aufstrebenden Betriebs. So wurde schon unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ein Lieferdienst mit Lkw und Traktoren aufgebaut.

KR Johann WessenthalerÜbersiedlung in die
Salzburger Straße

Um ausreichend Platz für das prosperierende Unternehmen zu haben, kaufte Kommerzialrat Johann Wessenthaler in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg im Bereich der Salzburger Straße ein Grundstück von 56.000 Quadratmetern und sicherte damit die Flächen für zukünftiges Wachstum. Am heutigen Stammsitz des Unternehmens fanden nach und nach ein Büro- und Wohngebäude, Lagerhallen, ein Schauraum sowie die Produktionshallen Platz.

Aufbau eines Filialnetzes

Um näher bei den Kunden zu sein baute Kommerzialrat Johann Wessenthaler ein Netz an Standorten im Inn- und Hausruckviertel auf. Den Anfang machte er 1953 mit der Eröffnung der Filiale in Mauerkirchen.
1961 folgte ein Standort in Ried im Innkreis. Im Jahr 1978 kam eine Filiale in Braunau dazu.
Damals wurden nicht nur Gewerbekunden, sondern auch private Kunden beliefert. Die orange Lkw-Flotte wurde bald in ganz Oberösterreich und weit darüber hinaus zum Markenzeichen des serviceorientierten Unternehmens.

Marktführer bei Waschbeton

In den 60er Jahren begann Wessenthaler mit der industriellen Fertigung von Waschbetonplatten und stieg damit rasch zum Marktführer in ganz Österreich auf. Um die Nachfrage zu decken wurde im Schichtbetrieb gearbeitet.

Der Lieferradius reichte von Eisenstadt bis Innsbruck. Der größte Auftrag an Waschbetonplatten war jener für die Gartenstadt in Puchenau bei Linz. Während der Bauphase wurden zwei Mal täglich Lkw-Fuhren mit Waschbetonplatten geliefert, erinnert sich ein Mitarbeiter.

Anfang der 1970er Jahre startete bei Wessenthaler die Produktion hochwertiger Betonwaren-Fertigteile. Spezial-Betonprodukte, die im Wessenthaler Beton- und Fertigteilwerk hergestellt werden, unterliegen seit jeher strengen Qualitätskontrollen. Diesen externen und auch internen Qualitätsansprüchen wird beispielsweise die „wessit“-Produktlinie mehr als gerecht, denn alle Erzeugnisse dieser Linie sind mit dem Betongütesiegel ausgezeichnet.

Solides Wachstum

Eine hohe Eigenkapitalausstattung und damit Unabhängigkeit war für Kommerzialrat Johann Wessenthaler ein wichtiges Prinzip. Die Gewinne wurden im Unternehmen belassen und in den weiteren Ausbau des Betriebes investiert. So konnte Wessenthaler solide und stetig zu einem wichtigen oberösterreichischen Wirtschaftsbetrieb heranwachsen.

In Attnang-Puchheim gehört die Firmengruppe seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Arbeitgebern im Ort und auch in der Umgebung.

Das Unternehmen verabschiedete sich vom Geschäft mit Privatkunden, in das zunehmend Baumarktketten drängten, und konzentrierte sich auf seine eigentliche Stärke, den Großhandel und die Eigenproduktion. Gewerbe- und Industriekunden wurden mit hochwertigen Markenbaustoffen sowie Betonrohren oder Betonfertigteilen der 1971 eingeführten Marke „wessit“ beliefert.

Gründung der Kommerzialrat Johann Wessenthaler Privatstiftung

Die drei Firmen – Franz Wessenthaler Baustoffgroßhandlung GmbH, Wessenthaler Baustoffvertriebs GmbH und Wessenthaler Beton- und Fertigteilwerk GmbH – wurden im Jahr 1996 in eine Privatstiftung eingebracht. Mit der Gründung dieser Privatstiftung stellte Kommerzialrat Johann Wessenthaler die Weichen für die zukünftige Entwicklung seiner Unternehmensgruppe. Durch die Satzung und Bestellung eines verantwortungsbewussten und erfahrenen Vorstandes hat er sichergestellt, dass das Unternehmen in seinem Sinn kontinuierlich weitergeführt und weiterentwickelt wird.

Meilensteine auf einen Blick


1909 Gründung des Unternehmens durch Franz Wessenthaler

1934 Eintritt von KR Johann Wessenthaler in den Betrieb

1946 Tod von Franz Wessenthaler, sein Sohn Johann übernimmt die Geschäftsführung

1948 Baustoffhandel am Standort der Firma Niederndorfer

1952 Übersiedlung an den Standort Salzburger Straße

1953 Eröffnung der Filiale in Mauerkirchen

1961 Gründung der Filiale in Ried im Innkreis

1971 Einführung des Markennamens „wessit“ für die Betonwarenproduktion

1972 Auflassung des Standorts Puchheim Nr. 51/Gmundnerstraße nach der Übersiedlung des Betonwerks in die Salzburger Straße

1976 Beginn der Betonfertigteilproduktion unter dem Firmennamen Bau Montage GmbH

1978 Eröffnung der Filiale in Braunau

1981 Verleihung des Staatswappens an das Unternehmen

1996
Übernahme der Wessenthaler Gesellschaften durch die Privatstiftung KR Johann Wessenthaler mit dem Stiftungsvorstand Mag. Werner Landl, Dkfm. Reinhard Deutner und Dir. Oskar Hepp

1996 Dr. Mag. Manfred Müller wird Geschäftsführer der Wessenthaler Baustoffvertriebs GmbH

1996 Umbenennung der Bau Montage GmbH in Wessenthaler Beton- und Fertigteilwerk GmbH

2004
Tod von KR Johann Wessenthaler, Dr. Mag. Manfred Müller übernimmt die Führung des gesamten Unternehmens

2009 100. Geburtstag der Wessenthaler-Unternehmensgruppe

Pionier im Baustoffgeschäft

Franz Wessenthaler

wurde 1875 in Vöcklamarkt geboren, später Übersiedlung nach Puchheim, wo er 1909 die Franz Wessenthaler Zementwaren-Erzeugung gründete. Er war Baustoffhändler und Zementwaren-Erzeuger. Franz Wessenthaler starb 1946.

Motor des Wachstums

Kommerzialrat Johann Wessenthaler

wurde im Oktober 1919 in Puchheim geboren, besuchte die Bürgerschule in Attnang und trat 1934 ins väterliche Unternehmen ein. Nach dem Tod von Franz Wessenthaler übernahm er 1946 die Leitung der Firma. Er konzentrierte sich neben der Erzeugung von Betonwaren von Anfang an stark auf die Handelsaktivitäten und baute den Handwerks- und Gewerbebetrieb des Vaters nach dem Zweiten Weltkrieg rasch zu einem Großhandelsunternehmen mit Beton- und Fertigteilwerk aus.

1964 bis 1979 Obmann der Volksbank Attnang-Puchheim

1972 Verleihung des Titels Kommerzialrat

1989 Silbernes Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich

1993 Ehrenbürger der Gemeinde Attnang-Puchheim

1996 Ehrendiplom der Wirtschaftskammer für 50 Jahre Unternehmertum

1999 Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich


Der langjährige Präsident des Österreichischen Zementhändlerverbandes
Kommerzialrat Johann Wessenthaler starb im Jahr 2004.

Sie wollen alle Fotos ansehen, die wir mit unseren Models bei einem professionellen Fotoshooting gemacht haben?

Schauen Sie hier...